Am Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, 18 Uhr, hält der Essener Restaurator Lars Herzog-Wodtke im Lindenau-Museum Altenburg in der Kunstgasse 1 einen Vortrag zu der von ihm betreuten Restaurierung der chinesischen Tuschezeichnungen aus dem Besitz Bernhard August von Lindenaus.
Die 15 chinesischen Tuschezeichnungen wurden bereits 1845, zu Lebzeiten Bernhard August von Lindenaus, in die Rüstkammer des Residenzschlosses Altenburg übertragen und befanden sich, bevor sie restauriert wurden, in einem desolaten Zustand; eine sichere Handhabung war nicht mehr möglich. Nach Abschluss der Restaurierung sind sie nun wieder in einem handhabbaren Zustand. Zwei der Werke werden aktuell noch in der Ausstellung „Koffer, Kutschen und Kartons“ im Schlossmuseum Altenburg ausgestellt. In seinem Vortrag gibt Lars Herzog-Wodtke einen Einblick in die von ihm und seiner Werkstatt durchgeführten Arbeiten. Eigens dafür wurde eine neue Technik entwickelt, die für das Konvolut Anwendung fand.
Die chinesischen Tuschezeichnungen aus dem Bestand des Residenzschlosses Altenburg sind um 1720 entstanden und stammen aus der Ära des Kaisers Kangxi, welcher der zweite chinesische Kaiser der Qing-Dynastie war. Die großformatigen Arbeiten sind in Werkstätten entstanden und für den europäischen Markt produziert worden – teilweise mit Bemalungen, teilweise auch bedruckt. Derlei großformatige Zeichnungen wurden mitunter auch als Tapeten in europäischen Kabinetten verwendet, speziell für das Residenzschloss Altenburg gibt es dafür jedoch keine Belege, zumal die Zeichnungen auf zeitgenössischen Rahmen eingerahmt sind.
Lars Herzog-Wodtke ist seit mehr als 20 Jahren als freiberuflicher Papierrestaurator für staatliche und private Bibliotheken, Archive und Museen sowie für die Denkmalpflege tätig. Er war an verschiedenen Forschungsprojekten beteiligt und Gastdozent an der Fachhochschule Köln und ist an der Akademie für Denkmalpflege in Fulda tätig.
Die Restaurierung der 15 Tuschezeichnungen wurde mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Projektes Lindenau21PLUS realisiert.