Über 70 Prozent sind mit ihrer eigenen Lebenssituation zufrieden

19. August 2026

Der Landkreis führt das Modellvorhaben „Absorptionsfähigkeit von Fördermitteln in strukturschwachen Räumen stärken“ durch. Im Kern geht es darum, dass viele Kommunen, Unternehmen und Institutionen zwar Zugang zu einer Vielzahl von Förderprogrammen haben, diese aber häufig nicht vollständig ausschöpfen. Daher sollen die Akteure befähigt werden, Fördergelder erfolgreich einzuwerben und einzusetzen. Bestandteil des Projektes sind Bürgerbefragungen. Zum zweiten Mal fand eine solche vom 9. Mai bis 8. Juni 2026 statt. Dabei ging es um Zufriedenheit mit der Region und der eigenen Lebenssituation sowie um die Wahrnehmung touristischer Angebote.

Die aktuelle Befragung umfasste 511 vollständige Interviews, womit die Mindestanforderung für ein repräsentatives Ergebnis erreicht wurde. Dementsprechend sind die Ergebnisse, unter Berücksichtigung der statistischen Schwankungsbreite, auf die gesamte Bevölkerung des Landkreises übertragbar. 

Zufriedenheit mit der Lebenssituation

Die weltpolitische Lage wird von 80 Prozent der Befragten als negativer Einflussfaktor auf die persönliche Lebenssituation genannt – ein sprunghafter Anstieg (47 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Die Themen Inflation und Preissteigerungen bleiben dominant. Bundespolitik und wirtschaftliche Entwicklung werden ebenfalls zunehmend negativ wahrgenommen. Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, dass sich die eigene Lebenssituation in den letzten zwei Jahren nicht verändert hat, 40 Prozent berichten von einer Verschlechterung. Die Zufriedenheit ist über alle Altersgruppen hinweg ähnlich verteilt; sie korreliert aber stark mit dem sozioökonomischen Status. Der persönliche Optimismus bleibt stabil auf niedrigem Niveau. Etwa die Hälfte der Befragten blicken pessimistisch auf ihre persönliche Zukunft. Jüngere Altersgruppen sind tendenziell etwas optimistischer als ältere.

Zufriedenheit mit der Region

Die Menschen im Landkreis nehmen die regionale Situation deutlich kritischer wahr als ihre persönliche Lebenslage. Zwar sind 71 Prozent mit der eigenen Lebenssituation zufrieden, jedoch nur 52 Prozent mit der Situation in der Region. Diese Lücke zwischen persönlicher und regionaler Zufriedenheit ist hier stärker ausgeprägt als in anderen Strukturwandelregionen. Die Zukunft der Region beurteilen zwei von drei Befragten pessimistisch. Ein reichliches Drittel blickt optimistisch auf die Entwicklung der Region. Im Vergleich zum Lausitzer Revier und dem gesamten Mitteldeutschen Revier ist der Pessimismus im Altenburger Land weiterhin überdurchschnittlich ausgeprägt. Der Strukturwandel wird von nur 14 Prozent der Befragten als positiver Einflussfaktor für die Region wahrgenommen. Den größten Handlungsbedarf sehen die Menschen bei wirtschaftlichen Faktoren. Als Stärken der Region gelten das soziale Umfeld wie etwa die Nähe zu Familie und Freunden, Natur und Naherholung sowie das wachsende Kulturangebot. Die Zufriedenheit mit Kulturveranstaltungen ist besonders stark gestiegen.

Tourismus als Stärke

Das Altenburger Land als Urlaubsregion verzeichnet den stärksten positiven Trend aller Standortfaktoren. Der Anteil der Befragten, die die Region als Urlaubsziel positiv bewerten, stieg von 42 Prozent in 2023 auf 60 Prozent in 2026. Damit hat sich der Tourismus zu einer der Kernstärken der Region entwickelt. Die Gesamtbewertung als Reise- und Ausflugsziel hat sich kontinuierlich verbessert. 25 Prozent der Befragten sagen, das touristische Angebot sei in den letzten zwei Jahren besser geworden. Über die Hälfte der Befragten würde das Altenburger Land aktiv weiterempfehlen. Mehr als die Hälfte der Befragten hat touristische Aktivitäten in der Region wahrgenommen. Am häufigsten genannt wurden das Theater, die geplante Spieleerlebniswelt Yosephinum, Aktivitäten rund um Schloss und Lindenau-Museum Altenburg sowie Bauernmarkt und Burg Posterstein. Top-Assoziationen mit dem Altenburger Land sind Kultur, Skat, historische Altstadt und die vielfältige Hügellandschaft. Gäste bewerten das Altenburger Land in der landesweiten Gästebefragung mit einer Durchschnittsnote von 1,6. Die eigene Bevölkerung urteilt deutlich zurückhaltender. Dieses Potenzial kann kommunikativ genutzt werden: Das Altenburger Land ist besser als seine eigene Selbstwahrnehmung. 

Das Modellvorhaben „Absorptionsfähigkeit von Fördermitteln in strukturschwachen Räumen stärken“ wird durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert.